Leseproben

Authentische Passagen aus dem Tagebuch – bewusst ausführlicher ausgewählt.

Der Einberufungsbefehl

„Da saß ich nun mit meinen 19 Jahren am Küchentisch meiner Eltern in Magdeburg. Die Wanduhr tickte und ich starrte auf den Einberufungsbefehl. Es war der 8. Februar 1941 … ich mußte meine Lehre als Fernmeldemonteur unterbrechen und wurde Soldat.“

8. Februar 1941

48 Grad unter Null

„Draußen waren es 48 Grad unter Null, das Thermometer ging nur bis -50. ‚Aber noch kälter kann es doch nicht werden‘, dachte ich. Es war gar nicht mehr feierlich, aufs Klo zu gehen war eine Katastrophe.“

„Es lag sehr viel Schnee, der noch durch den Wind zu großen Dünen angeweht wurde. Hans und ich waren Verpflegung holen und der eisige Wind fuhr uns unter die Kleidung, ich habe beinah meine Füße nicht mehr gespürt.“

Krasnoje, Januar 1942

Samachonka

„Oft tranken wir russischen Schnaps und das war ein Teufelszeug. Die Russen stellten den aus Kartoffeln selbst her, er heißt Samachonka. Er sah aus wie milchiges Wasser, schmeckte wie abgestandenes Wasser und es war keine Wirkung zu merken.“

„Erst eine halbe Stunde später wurde einem ganz schwumelich. Am nächsten Tag merkte man nichts mehr, aber wehe man trank einen Kaffee, dann war man sofort wieder blau.“

Krasnoje, 1942

Ein Satz, der erschreckt

„Die Blumenkästen machten sich, etwas Salat war schon zu sehen und ich arbeitete fleißig im Garten. Den fünften Verstärker hatte ich nun angeschlossen und wir bekamen jetzt einen Hund – Jupp, die Katze habe ich mit der Maschinenpistole erschossen.“

13. Mai 1942

Der Panzer kam zurück

„Auf einmal hörten wir Motorengeräusche aus der Ferne. Da kamen zwei Polizeipanzer von hinten. Eine starke Explosion erschütterte die Gegend, wir gingen in Deckung. Der Panzer kam schnell wieder zurück gefahren – er hatte einen Treffer ins vordere Kettenrad bekommen.“

„Keiner wußte so recht, wo nun hin, wir waren schon eingeschlossen und direkt an der Frontlinie. Der eine Panzer holte uns dann raus, wir fünf mußten aufsitzen, und im Tempo ging es etliche Kilometer zurück.“

Die Flucht

Schüsse in die Staubwolke

„Dauernd wurden wir von bolschewistischen Reitern angegriffen. Richtig sehen konnte man die nicht, man sah nur eine riesige Staubwolke, die plötzlich auftauchte, und hörte die Gewehrschüsse an einem vorbeisausen.“

„Wir schmissen uns sofort hin, nahmen die Patronen aus unserer Tasche und füllten unsere Gewehre, dann luden wir durch und schossen in die Staubwolke.“

Auf dem Rückzug